Was für ein guter Tag!

Nach dem Frühstueck und einem kurzen Marktbesuch in Alba Iulia fuhren wir wie geplant in die Klinik nach Galda de Jos. Einer der Betreuer und Schwester Monica haben uns bereits am Eingangstor erwartet und nahmen sich den ganzen Tag Zeit, um uns bei den Aktivitäten mit den HeimbewohnerInnen zu unterstuetzen. Da es heute kühl und regnerisch war, haben wir uns für Indoor-Aktivitaeten entschieden. Wir schätzten es ungemein, dass das Personal einen passenden Raum eingerichtet hat. Mit Duftlämpchen, Kaffee und Snacks schafften sie eine angenehme Atmosphäre.
Und nun ging’s los: In Kürze strömten Kleingruppen in den Raum. Wir konnten mit Leuten verschiedenste Spiele, welche wir in den vergangenen Jahren gebracht haben, machen und nebenbei einige Gespräche führen. Auch diesmal haben wir wieder sehr über die Englisch-, Französisch- und Deutschkenntnisse einiger HeimbewohnerInnen gestaunt. So konnten wir schöne kleine Gespräche mit ihnen führen, ohne auf weitere Übersetzungen angewiesen zu sein. Unsere Begleitpersonen waren den ganzen Tag besorgt dafür, dass immer wieder neue Kleingruppen kommen durften.
Es war wichtig, auf die sehr unterschiedlichen Fähigkeiten der Teilnehmenden einzugehen. Die Einen waren beim Schachspiel unschlagbar, bei anderen mussten wir das Memory anpassen, sodass es ganz einfach zu spielen war. Einige kamen auch einfach vorbei, um die Atmosphäre zu geniessen und etwas dabei zu sein.

Wir sind glücklich, dass wir unseren Rumänienbesuch mit einem so zufriedenen und schönen Tag abschliessen konnten.

Unser Plan ist es, im September wiederzukommen um die Anfangsphase unseres Gartenprojektes mitzuerleben und zu begleiten. Wir hoffen, dass wir bis dahin unser Spendenkonto aufstocken können. La revedere de acum!

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glueckliches Wiedersehen

Heute fand das erste Treffen im Buero von Nicoleta statt. Wir erfassten das Protokoll der gestrigen Sitzung und definierten noch weitere Details fuer die Projektumsetzung:
1) Initial- & Betriebskosten
2) Zeitplan
3) personelle Besetzung
4) Materialbeschaffung & Lagerraum etc.

Im Anschluss besuchten wir zusammen mit Valentin die Parkanlage, die uns in ihrer Groesse und ihrer Pflegenotwendigkeit total ueberrascht hat. Wir sind sehr gluecklich, dass wir zusammen mit der Stadt Alba Iulia die Pflege dieses Stadtparks planen duerfen. Das ist ein gutes und sinnvolles Projekt fuer die HeimbewohnerInnen. Der erste Arbeitseinsatz ist auf den Spaetsommer geplant, und wir hoffen, dass uns die buerokratischen Aklaeufe in Rumaenien in der Umsetzung nicht bremsen.

Bereits wurden wir zur Mittagszeit zum Lunch in der Psychiatrie erwartet.
Im Weiteren folgte ein ziemlich aufregender Rundgang durch die ganze Klinik. Mit kleinen Geschenken gruessten wir alls 265 PatientInnen und erhielten dabei sicher 230 Handkuesse. Die Begegnungen waren beruehrend, froehlich, ausgelassen, teilweise aber auch bedrueckend und traurig. Viele der HeimbewohnerInnen haben uns wieder erkannt und sich ueber das Wiedersehen sehr gefreut.
Beim Gang durchs Haus konnten wir feststellen, dass sich einiges zum Guten geaendert hat. Die Raeume sind freundlicher gestaltet und frisch gelueftet, teilweise sind Gaenge und Zimmer hell gestrichen; insgesamt haben wir einen besseren Eindruck der Gesamtsituation.
Beim Mittagessen haben wir erfahren, dass eine personelle Aufstockung im Beschaeftigungsbereich in Planung ist. Das freut uns natuerlich besonders, zumal sich zum jetzigen Zeitpunkt praktisch alle KlinikbewohnerInnen in den Zimmern und Gaengen aufhalten.

Nach diesem ausgiebigen Rundgang durch alle vier Abteilungen sind wir nun sehr muede. Wir freuen uns auf den morgigen Tag in der Klinik, wo wir viele gemeinsame Aktivitaeten vorhaben.

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Ein Kurzbesuch im Kreis Alba Iulia, in die uns bereits bekannte Klinik Galda de Jos.

Unser Besuch wurde schon seit laengerem erwartet und gewuenscht. Am Nachmittag fand dort zuerst das traditionelle Gastfreundschaftsessen statt. Dabei lernten wir Valentin kennen, den neuen administrativen Leiter der verschiedenen sozialen Einrichtungen in Siebenbuergen. Sein Vorgaenger Marius schloss sich freundlicherweise der Runde an: Nicoleta, die Spendenadministratorin und unsere Kontaktperson , Liviu, der Klinikverwalter und unser Fahrer Paul. Wir diskutierten ein Arbeitsintegrationsprojekt, das Marius schon lange ins Auge und Herz gefasst hat. Dazu hat er bereits mit dem Buergermeister von Alba Iulia und den Verantwortlichen der Gemeinde seine Plaene vorbesprochen und Unterstuetzung gewonnen. Die Idee ist, dass BewohnerInnen der Klinik CRRN Galda de Jos im grossen Stadtpark die Anlage pflegen. Unser Spendenbetrag dazu soll fuer die Finanzierung des Kleinbusses, der Arbeitskleidung und fuer das benoetigte Gartenwerkzeug eingesetzt werden. BewohnerInnen aus der Klinik eine Beschaeftigungsmoeglichkeit wie diese zu ermoeglichen entspricht unserem und dem Wunsch unserer SpenderInnen wunderbar!
Das ist ein erster, grosser Schritt. Nun gibt es einiges zu Organisieren und zu Klären.

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Abschied & Rückblick

Voller Emotionen und Eindrücken der vergangenen Tage machten wir uns heute auf den Heimweg nach Zürich. Der Besuch der verschiedenen Heime und insbesondere der psychiatrischen Klinik in Galda de Jos hat uns tief berührt – gerade auch darum, weil wir bereits viele persönliche Beziehungen mit verschiedenen Klinikbewohnerinnen und Klinikbewohnern geknüpft haben und dadurch verschiedene Schicksalsgeschichten erfahren haben.

Unser Einsatz zeigte dieses Jahr ganz deutliche Sonnen- und Schattenseiten.
Einerseits spürten wir, welch grosse Freude wir mit den bereits gespendeten Aktivierungsmaterialien (Tischspiele, Aussenspiele, Fussballtisch und Tischtennistisch) bewirken konnten.
Andererseits bekommen wir so langsam, einen vertieften Einblick in das rumänische System, welches immer noch stark vom ehemaligen, kommunistischen Regime geprägt scheint. Es ist sehr bedrückend zu merken, dass bei vielen Menschen kaum eine ethische Grundhaltung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen spürbar ist. PatientInnen werden oft zweitrangig behandelt und bekommen nur wenig Aufmerksamkeit und Liebe. Viele Patientinnen und Patienten wirkten auf uns medikamentös stark sediert, was wohl auf den massiven Personalmangel zurück zu führen ist.

Hinzu kommt, dass viele KlinikbewohnerInnen durch fehlende Strukturen nicht am richtigen Ort untergebracht sind. Besteht in der Schweiz für fast jedes Bedürfnis ein entsprechendes sozialpsychiatrisches oder sozialpädagogisches Angebot (wie beispielsweise Tagesstätten, Tageskliniken, Arbeits- und Wohnheime, geschützte Werkstätten, Arbeitsintegrationsprojekte etc.), leben in Rumänien die Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen auf wirklich engstem Raum, ohne jegliche Abwechslung und Förderung. Da bieten der Fernseher und der gespendete Fussballtisch sehr willkommene Abwechslungsmöglichkeiten. Eine weitere, selbsterklärende Beschäftigungsmöglichkeit wird eine Gartenschaukel für Erwachsene Personen sein, welche wir mit neu eingehenden Spendengeldern finanzieren möchten.

Wir erleben aber, dass unsere Einsätze wirklich etwas in Bewegung bringen: PatientInnen freuen sich über die Zuwendung und entdecken eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten, das Personal kann beobachten, wie ein Umgang mit KlinikbewohnerInnen auch sein könnte. Damit ist schon viel erreicht – aber natürlich nicht alles!

Wir müssen uns nun überlegen, wie und in welcher Form unser weiterer Einsatz sinnvoll wäre und wie wir diesen umsetzen können. Vorerst nehmen wir uns Zeit, um alle Eindrücke zu verarbeiten.

Nun wollen wir uns von euch verabschieden, denn mit dem heutigen Blogeintrag endet die tägliche Informationsserie unseres diesjährigen Rumänieneinsatzes. Wir haben uns sehr über euer Interesse und die vielen Feedbacks gefreut!
Danke für eure Unterstützung!

Martina & Stefanie

Rumänischer Frühstücksraum

reizvolles Frühstücksbuffet

Stadtansicht Cluj: typischer Ceaușescu-Bau

 

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Besuch im Waisenheim

Erneut begann der heutige Tag auf der Direktion in Alba Iulia, wo wir mit Nicoletas Hilfe alle nötigen Unterlagen für die Gartenschaukel (wir haben gestern darüber berichtet) sichteten und unterschrieben. Nicoleta hat uns bei dieser Gelegenheit den Stempel vorgeführt, welcher in den Einsatz kommt, wenn Spendenkleider geliefert werden. Der Stempel mit dem grossen „D“, steht für „Donation“ und soll verhindern, dass das Spendengut in ungewollte Hände kommt.

Im Anschluss fuhren wir gemeinsam mit Nicoleta und Mariana, der Koordinatorin der Kinderheime, nach Cugir, etwa eine Stunde südlich von Alba Iulia. Dort besuchten wir ein Waisenheim, welches wir im vergangenen Jahr kennen gelernt hatten. Alexander, der sympathische Heimleiter hat bereits freudig am Gartentor auf uns gewartet. Wir sassen im Garten, bis die Kinder von der Schule Heim kamen. Alexander erzählte uns während der Wartezeit vom Heimalltag und vom Schicksal einiger Kinder.
Als die Mädchen und Buben kamen, durften wir ihnen einige Gesellschaftsspiele und gesponserte Winterkleider für die nächste kalte Jahreszeit übergeben. Mit viel Neugierde und Aufregung kramten sie in den Kisten. Jeder und jede packte sich ein Lieblingsstück.

Bevor die Kinder zum Mittagessen gerufen wurden und wir Richtung Cluj weiterreisten, machten wir viele Sing- und Klatschspiele. Gerade die kleineren Kinder hatten grosse Freude daran und wollten kaum mehr aufhören.

Unsere beiden Begleiterinnen haben wir auf halber Strecke (in Alba Iulia) verabschiedet und zogen weiter in den Norden nach Cluj, von wo wir morgen zurück in die Schweiz fliegen.

Paul hat uns am späteren Nachmittag sicher bei unserer Unterkunft abgeladen. An dieser Stelle möchten wir ihm allerherzlichst für seinen grossen, geduldigen, unkomplizierten und vielseitigen Einsatz bedanken. Er hat uns stets sicher über die rumänischen Strassen gefahren und leistete sehr viel Übersetzungs- und vor allem diplomatische Vermittlungsarbeit!

(Da wir morgen keinen sozialen Einsatz mehr haben, wird es keinen Tagesrückblick geben, sondern einige Gedanken zu den vergangenen Tagen hier in Rumänien.)

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Bettdeckenlieferung

Bevor wir zu unserem heutigen Besuch in der psychiatrischen Klinik aufbrachen, erledigten wir noch einige Dinge in Alba Iulia, der Provinzhauptstadt. Um 09.30 Uhr wurden wir in der Direktion erwartet. Hier mussten wir erneut die verschiedenen Schenkungsurkunden unterschreiben. Auf dem Weg zur Klinik fuhr uns Paul zu zwei Baumärkten, wo wir uns das Angebot der Gartenschaukeln für Erwachsene anschauten. Das übrige Spendengeld setzen wir diesmal nicht für einen Fussballtisch ein, da wir beim Besuch der neuen Wohngemeinschaft am Samstag gemerkt hatten, dass die Bewohner überfordert wären damit. So entschieden wir uns, eine robuste, überdachte Gartenschaukel aus Holz für die stark behinderten BewohnerInnen zu besorgen. Eine solche fanden wir tatsächlich in einem dieser Märkte. In den nächsten 1-2 Wochen wird die Schaukel geliefert und auf einem Punktfundament montiert. Nicoleta wird die weitere Koordination für uns übernehmen.

Kurz vor Mittag kamen wir in Galda de Jos an. Als erstes wurden wir auf die geschlossene Abteilung begleitet, wo ganz viele Patienten auf uns zuströmten und uns mit viel Körperkontakt und Handküssen begrüssten. Das herzliche Wiedersehen freute uns sehr! Auch wenn wir die geschlossene Abteilung bereits zum zweiten Mal besuchten, ist es ein schmerzliches Erlebnis, so schlimme Lebensumstände zu sehen: Viele Patienten leben schon seit Jahren in dieser Abteilung, wo sich durchschnittlich 9 Personen ein Zimmer teilen. Betroffen macht auch der Zustand, dass Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen zusammen leben müssen, was deren Wohlbefinden stark beeinträchtigt. Auch Rückzugsmöglichkeiten sind kaum möglich.

Bei der Ankunft der Bettdeckenlieferung hätten beim Abladen natürlich alle sehr gerne mitgeholfen. Vier starke Männer aus der geschlossenen Abteilung durften mitanpacken. Um diese Hilfe waren wir froh! Die Bettwaren wurden vorerst in Lagerräume gestellt, da die Temperaturen bereits sehr sommerlich sind. Die Decken werden im September auf den Abteilungen verteilt. Der Klinikdirektor persönlich wird Fotos machen und uns diese im Herbst zusenden. Die Bilder kommen dann selbstverständlich auf den Blog.  Die vier Helfer wirden mit je einem gesponserten, nigelnagelneuen Pullover belohnt. Sie waren glücklich und wollten ihn trotz der starken Hitze nicht mehr ausziehen.

An dieser Stelle danke wir Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, dass Sie diese Bettdecken-Aktion ermöglicht haben!

Der gesamte Nachmittag wurde dem Gemeinschaftsspiel im Park und im Atelier gewidmet. Das unbeschwerte Beisammensein hat allen sehr gut getan. Die frohe und gelassene Stimmung hat uns berührt und bleibt uns in langer Erinnerung. Je länger wir die Menschen in Galda de Jos kennen, desto tiefer wird das Vertrauen zueinander, sodass uns immer wieder sehr persönliche Schicksalsgeschichten von den Patienten selbst erzählt werden.

Der Abschied heute Abend ist uns allen nicht leicht gefallen.

3Lastwagen 3TransportBela        3TransportSteffi 3Lageransicht 3BettdeckeMarty 3Spielplatz  3Frisbee 3Nicoleta und Martina3Paul

 

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Spieltag

Der heutige Sonntag begann mit dem Besuch der othodoxen Messe in der Kapelle der psychiatrischen Klinik. Unsere Anwesenheit in der Kirche hat sich schnell rumgesprochen, so dass die Türe immer wieder geöffnet wurde und immer mehr KlinikbewohnerInnen hereinströmten. Nach der zweistündigen Messe gab es vor der Kirche ein langes, grosses und frohes Wiedersehen. Besonders Freude hatten alle an den mitgebrachten Fotos vom vergangenen Jahr. Diese überliessen wir ihnen natürlich als Andenken.

Nebst dem uns Paul den ganzen Tag übersetzte, ist es sehr bemerkenswert, dass wir uns mit einigen PatientInnen auf Englisch, Franzöisch oder gar Deutsch unterhalten konnten. Wer eine andere Sprache beherrscht, übersetzt auch andere sehr gerne und mit viel Geduld. Wir staunten ausserdem über den respektvollen und netten Umgang miteinander.

Nach dem Mittagessen hatten wir eine tiefgehende Diskussion mit der Psychologin und der Psychiaterin über unsere verschiedenen Wahrnehmungen zum Umgang mit KlinikbewohnerInnen und deren Förderung. Es wurde uns noch klarer, wie gross die Entwicklungsschritte zwischen der Schweiz und Rumänien auseinanderliegen.

Sehr viele BewohnerInnen haben bereits draussen in der Frühlingssonne auf den Beginn des Spielnachmittags gewartet. Es machte Spass, Boccia, Federball und Fussball im Klinikpark zu spielen. Die Kondition der SpielteilnehmerInnen hielt aber nicht allzulange an, sodass einige gerne ins Gebäude gingen, wo wir malten, Jenga, Memory oder Vier-Gewinnt spielten. Viele freuen sich, dass wir morgen noch einmal Zeit für einen ausführlichen Spielnachmittag haben werden.

Nach diesem anstrengenden Tag schätzten wir heute unsere Heimkehr ins Hotel besonders. Natürlich bezahlen wir auch dieses Jahr die Reise, Kost und Logis aus dem eigenen Geld, sodass das gesamte Spendengut den HeimbewohnerInnen zu Gute kommt.

Paul und co Steffi und MannMartina und Viorel Fotoansicht Memory FussballTanz

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