Abschied & Rückblick

Voller Emotionen und Eindrücken der vergangenen Tage machten wir uns heute auf den Heimweg nach Zürich. Der Besuch der verschiedenen Heime und insbesondere der psychiatrischen Klinik in Galda de Jos hat uns tief berührt – gerade auch darum, weil wir bereits viele persönliche Beziehungen mit verschiedenen Klinikbewohnerinnen und Klinikbewohnern geknüpft haben und dadurch verschiedene Schicksalsgeschichten erfahren haben.

Unser Einsatz zeigte dieses Jahr ganz deutliche Sonnen- und Schattenseiten.
Einerseits spürten wir, welch grosse Freude wir mit den bereits gespendeten Aktivierungsmaterialien (Tischspiele, Aussenspiele, Fussballtisch und Tischtennistisch) bewirken konnten.
Andererseits bekommen wir so langsam, einen vertieften Einblick in das rumänische System, welches immer noch stark vom ehemaligen, kommunistischen Regime geprägt scheint. Es ist sehr bedrückend zu merken, dass bei vielen Menschen kaum eine ethische Grundhaltung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen spürbar ist. PatientInnen werden oft zweitrangig behandelt und bekommen nur wenig Aufmerksamkeit und Liebe. Viele Patientinnen und Patienten wirkten auf uns medikamentös stark sediert, was wohl auf den massiven Personalmangel zurück zu führen ist.

Hinzu kommt, dass viele KlinikbewohnerInnen durch fehlende Strukturen nicht am richtigen Ort untergebracht sind. Besteht in der Schweiz für fast jedes Bedürfnis ein entsprechendes sozialpsychiatrisches oder sozialpädagogisches Angebot (wie beispielsweise Tagesstätten, Tageskliniken, Arbeits- und Wohnheime, geschützte Werkstätten, Arbeitsintegrationsprojekte etc.), leben in Rumänien die Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen auf wirklich engstem Raum, ohne jegliche Abwechslung und Förderung. Da bieten der Fernseher und der gespendete Fussballtisch sehr willkommene Abwechslungsmöglichkeiten. Eine weitere, selbsterklärende Beschäftigungsmöglichkeit wird eine Gartenschaukel für Erwachsene Personen sein, welche wir mit neu eingehenden Spendengeldern finanzieren möchten.

Wir erleben aber, dass unsere Einsätze wirklich etwas in Bewegung bringen: PatientInnen freuen sich über die Zuwendung und entdecken eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten, das Personal kann beobachten, wie ein Umgang mit KlinikbewohnerInnen auch sein könnte. Damit ist schon viel erreicht – aber natürlich nicht alles!

Wir müssen uns nun überlegen, wie und in welcher Form unser weiterer Einsatz sinnvoll wäre und wie wir diesen umsetzen können. Vorerst nehmen wir uns Zeit, um alle Eindrücke zu verarbeiten.

Nun wollen wir uns von euch verabschieden, denn mit dem heutigen Blogeintrag endet die tägliche Informationsserie unseres diesjährigen Rumänieneinsatzes. Wir haben uns sehr über euer Interesse und die vielen Feedbacks gefreut!
Danke für eure Unterstützung!

Martina & Stefanie

Rumänischer Frühstücksraum

reizvolles Frühstücksbuffet

Stadtansicht Cluj: typischer Ceaușescu-Bau

 

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